Die Kopie – Rehabilitation einer Kulturtechnik

Die Kopie hat einen schlechten Ruf. Sie ist mindestens dumm, wenn nicht sogar kriminell. Sie ist das Schreckgespenst der Kreativbranche, „kenne ich schon“ gilt als schlimmst-mögliche Geringschätzung in einer Gesellschaft, die das Neue stets höher bewertet als das Bestehende.

Dabei ist die Kopie überall, Appropriation allgegenwärtig. In fast jedem kulturellen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Bereich finden sich Dinge, die ohne Vorangegangenes nicht hätten entstehen können. Lehre, Kultur, Kommerz, Kommunikation, kurz: Das Leben ist voller Nachahmung, die Fortschritt möglich macht. Mehr noch: Die Kopie ist längst eine prägende Kulturtechnik unserer Zeit. Doch da heute jede*r durch das Internet Zugriff auf alles hat, kopieren und verändern kann, beeinflusst die Kopie auch unser (kulturelles) Wertesystem.

„Die Kopie – Rehabilitation einer Kulturtechnik“ ist eine wissenschaftliche Spurensuche auf dem Weg zu mehr Gelassenheit und Wachsamkeit. Sie gibt Anlass, etwas Originalitätsdruck vom Kessel der Kreativität zu lassen, die produktive Kraft der Kopie wertzuschätzen und einen differenzierten Umgang mit ihr zu entwickeln.

Das Buch ist ausschließlich in schwarz-weiß gestaltet und liefert den gestalterischen Beweis, dass die Kopie alles andere als das Gegenteil des Originals ist. Denn alle Abbildungen und Zitate wurden durch Einwirken auf den Kopier- bzw. Scanvorgang nicht-reproduzierbar verändert. Entstanden sind einzigartige Artefakte unter Zuhilfenahme eines Geräts, dessen Aufgabe eigentlich die möglichst originalgetreue Kopie ist.

 

Masterarbeit an der HAWK Hildesheim (Fakultät Gestaltung)
Prüfer: Prof. Dr. Schwingeler, Prof. Bittner

 

Nominiert für den Förderpreis der HAWK, Fakultät Gestaltung.

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Die Kopie – Rehabilitation einer Kulturtechnik